Bild Ingrid Kohler

Die Botschaft des 47. Funkenfeuers scheint nicht so recht angekommen zu sein. Statt dass es zu einer Austreibung des Winters geführt hat, haben die lodernden Flammen für reichlich Schneefälle am Tag danach gesorgt.

Sturm sorgt für Funken voller Energie

Allen Wetterkapriolen zum Trotz hat die Kolpingsfamilie am Sonntag den Funken gezündet, während in der Region die Veranstaltungen abgesagt worden waren.

Der Mut der Kolpingsfamilie Trossingen wurde am Sonntagabend mit rund einer Stunde recht passablen Wetters belohnt. Während in der weiten Region die Funkenfeuer wegen des Sturms und Regens abgesagt worden waren, hieß es in Trossingen: „Wir zünden pünktlich um 19 Uhr.“ Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Der große Sturm beruhigte sich und es hörte auf zu regnen. Den Funken könne man einfach nicht absagen oder verschieben, betonte Martin Mauch, mit Blick auf die Traditionsveranstaltung der Kolpingsfamilie Trossingen.

Es waren nicht, wie in den vergangenen Jahren, die ganz großen Scharen an Menschen, die teils mit Fackeln von beiden Seiten zum Funkenplatz auf den Gauger kamen, dennoch herrschte wieder Volksfeststimmung rund um das Kolpingheim. Die Trossinger Bläserbuben, unter der Leitung von Oliver Helbich, ließen es sich nicht nehmen, schwungvoll aufzuspielen, und das legendäre „Kolpingswürstle“, samt Glühwein oder Punsch, war ein „Muss“ für das schaulustige Publikum.

Das „Funkenteam“ der Kolpingsfamilie hatte bereits am Samstag gute Vorarbeit geleistet. Als positiv hatte sich erwiesen, dass das bereits bei der Christbaumsammlung der evangelischen Kirchengemeinde am 12. Januar erstellte Gerüst, das etwa zwei Meter hoch mit ausgedienten Christbäumen aufgeschichtet war, mit einer Plane abgedeckt worden war. So blieb es darunter trocken und „fast die Hälfte der Christbäume, die wir gestern aufgeschichtet haben, waren durch das warme sonnige Wetter der vergangenen Wochen richtig trocken“, sagte Klaus Loës, dessen Tochter Karolin pünktlich um 19 Uhr den Funken zündete. In Sekundenschnelle stand der Funken in Flammen und brannte tatsächlich wie Zunder. Die von Ines Rabus gefertigte Winterpuppe, die hoch oben an einer Stange befestigt war, hatte keine Chance, auch sie löste sich unter dem doch etwas wehmütigen Blick ihrer Produzentin in wenigen Sekunden in Asche auf. Gute fünf Stunden Arbeit hätten in der Winterpuppe gesteckt, erzählte Ines Rabus. Gefüllt habe sie die Puppe, die wie jedes Jahr aus einem Baumwoll-Schlafanzug genäht wurde, „mit Papierschnipseln aus dem Schredder des Pfarrbüros St. Theresia“. So-mit war der 47. Funke einmal mehr eine gelungene Kooperation aus „evangelisch gesammelten Bäumen, die katholisch verbrannt“ wurden.

„Der Wind ist perfekt“, freute sich Funkenmeister Klaus Loës mit leuchtenden Augen – „nicht zu stürmisch und doch kräftig genug, im Funken ist richtig Energie drin“. Und er gehe in die richtige Richtung, nämlich Richtung Aldingen, meinte Martin Jörg, der „Altmeister des Kolpingfunkens“. So hatten die Zuschauer in diesem Jahr einen schnellen und perfekten Genuss des speienden und nicht rauchenden Vulkans.

Bericht und Bild Ingrid Kohler / Neckarquelle

 

 

 

 

Funken 2019