Funkenflug wird zum Schauspiel

Image Funkenflug 2018

Die Funken fliegen beim Funkenfeuer auf dem Gauger

Text und Bild Silvia Müller/Trossinger Zeitung

Zahlreiche Besucher sind am Sonntagabend zum Kolpingheim gekommen, um sich das Funkenfeuer anzusehen, das traditionell am Sonntag nach Aschermittwoch abgebrannt wird. In diesem Jahr sorgten allerdings das Wetter und nasses, teils gefrorenes Holz für Schwierigkeiten.

Die Rahmenbedingungen für das Funkenfeuer hätten nicht besser sein können: Durch den Schneefall vom Samstag war eine Winterlandschaft entstanden, es war trocken und nicht sehr kalt. "Das ist optimal, so liebe ich das Funkenfeuer", kommentierte Martin Mauch die Verhältnisse. Weiterhin dankte er dem Einsatz der Mitarbeiter der Stadt Trossingen, dafür, dass die Zugangswege zum Kolpingheim geräumt worden waren.

Ab 18 Uhr gab es am Wanderparkplatz "Gauger" Fackeln zu kaufen. Dann führte der Weg durch den Wald, bis zum Kolpingheim wo der Duft nach Bratwurst, Punsch und Glühwein die Menschen empfing. Die Bläserbuben spielten, während der Zeit, bis um 19 Uhr der Funken entzündet wurde.

Das gestaltete sich in diesem Jahr ausgesprochen schwierig. In mühevoller Arbeit war am Samstag, trotz des ständigen Schneefalls der Funken aufgebaut worden. "Wir waren trotz geeigneter Kleidung zuletzt nass bis auf die Haut", erzählte Martin Mauch, der für den Aufbau mit verantwortlich war. "Als ich zu Hause war, habe ich mich über ein heißes Bad sehr gefreut", fügte Hansi Koslowski hinzu. Auch er hatte beim Aufbau mitgeholfen und kam durchfroren heim.

Die ausrangierten Christbäume waren zu einem mehrere Meter hohen Haufen aufgebaut worden. Im Inneren des Haufens hatten die Männer einen "Kamin" gebaut, der für die nötige Luftzufuhr sorgen sollte. Das funktionierte auch, doch die außen liegenden, nassen, zum Teil gefrorenen Tannen wollten nicht richtig brennen. So prasselte im Inneren das Feuer, doch die Flammen konnten nicht nach außen dringen. Auch die von den Besuchern in die Flammen geworfenen Fackeln konnten den gewünschten Brand nicht in Gang bringen. Allerdings war der durch den Wind angeregte Funkenflug dieses Jahr ein besonderes Schauspiel.

Die Zuschauer warteten geduldig, denn sie gingen davon aus, dass das Feuer durchzünden würde und der Funken zuletzt doch lichterloh brennen würde. Die letzten Unentwegten gaben nach einer Stunde auf und machten sich dann auf den Heimweg. Die in der Mitte des Kamins, an einem Holzstab befestigte Winterpuppe fing nach rund 25 Minuten Feuer und ging in den Flammen auf - dem Aberglauben zufolge ein Zeichen dafür, dass uns der Winter noch eine Weile erhalten bleibt. "Ich glaube, ich verreise noch für acht Wochen nach Mallorca", scherzte ein Besucher.

Die Winterpuppe wurde in diesem Jahr erstmals von der Familie Rabus angefertigt. Nach über 40 Jahren gab Familie Grassl diese Aufgabe somit in jüngere Hände ab.

 

 

 

 

 

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Funken 2018