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Kolping-Spende ans
Hospiz am Dreifaltigkeitsberg

Es ist guter Brauch der Trossinger Kolpingsfamilie, ihre Teilnahme am Weihnachtsmarkt mit einer anschließenden Spende an ein soziales Projekt oder eine soziale Organisation zu verbinden. Aus dem diesjährigen Verkauf des Vesperangebots im Hüttle am Weihnachtsmarkt konnten kürzlich an das „Hospiz am Dreifaltigkeitsberg“ in Spaichingen 800 Euro übergeben werden.

Die Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Andrea Lienhard, Jessica Wunderlich, Josef Lindmeyer und Walter Haas wurden am Abend des 22. Januar 2020 im Hospiz vom Vorsitzenden des Trägervereins, Hans-Peter Mattes, begrüßt. Nach der Spendenübergabe informierten Herr Mattes und die Hausleiterin, Frau Sommer, die vier Kolpingmitglieder über die Struktur und die Alltagsgestaltung der Einrichtung mit ihren acht Hospizplätzen, die ständig ausgebucht sind und mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 30 Tagen eine hohe Fluktuation erfahren.

Mit herzlichem Dank verbunden, versprach Hans-Peter Mattes, die Spende einem ganz bestimmten Verwendungszweck im Hospiz zuzuführen.

 

 

90 Jahre Kolpingsfamilie - ein Rückblick

Familiensonntag beim Kolpingheim

Neun junge Gesellen waren die Gründer des katholischen Gesellenvereins, der heutigen Kolpingsfamilie Trossingen. Daran erinnerten sich die Kolpingsjünger bei einem Rückblick.

„Erst in zehn Jahren, wenn wir hundert sind, gibt es eine große Chronik“, meinte Walter Haas schmunzelnd, als er im Rahmen des Kolpinggedenktages es sich nicht nehmen ließ, einen kleinen geschichtlichen Rückblick auf die neun Jahrzehnte der so engagierten Kolpingsfamilie Trossingen zu machen. Dabei ging er zurück bis ins Jahr 1875, als der erste Katholik nach der Reformation im Jahr 1535 nach Trossingen kam. So wurde im Jahr 1903 die erste Katholische Kirche mit dem Namen St. Anna in der Egartenstraße geweiht. 21 Jahre später, im Jahr 1924, wurde Trossingen eine eigenständige Pfarrei, deren erster Pfarrer Erwin Fischer auch der Initiator und Gründerpräses der Kolpingsfamilie war, damals unter der Bezeichnung katholischer Gesellenverein. Neun junge Gesellen waren am 25. Oktober 1929 die Gründer, erster Senior war Willi Sommer. Aber erst ein Jahr nach der eigentlichen Gründung sei von der Gründungsfeier berichtet worden, wusste Walter Haas und zitierte aus dem „Allgemeinen Volksblatt“ vom 21. November 1930: „Im dicht besetzten Lindensaal hielt am letzten Sonntagabend (16. November) der hiesige katholische Gesellenverein seine Gründungsfeier ab. Das Programm enthielt in schöner Folge musikalische, gesangliche und theatralische Aufführungen. Der Höhepunkt war wohl unstreitig das Festspiel "Adolf Kolping", in welchem so schön vor Augen geführt wurde das große Lebenswerk Kolpings, die Nächstenliebe und so weiter“.

Unterlagen vernichtet
Weiter hieß es dort: „Möge unser junger Gesellenverein freudig auf der beschrittenen Bahn weiter arbeiten. Wir wünschen ihm ein herzliches Wachsen, Blühen und Gedeihen“. Dieses sei aber jäh unterbrochen worden. „Stadtpfarrer Fischer zerbrach gesundheitlich am Bau der Theresienkirche und verstarb im November 1935“. Auch wurden katholische Organisationen, die sich nicht in den Gleichschritt der Nazis eingliedern ließen, verboten. So auch im Jahr 1936 der Trossinger Gesellenverein. „Alle Unterlagen wurden rechtzeitig vor Erscheinen der Abordnung der Deutschen Arbeitsfront vernichtet“, blickte Haas zurück.

Die erste Bergtour
Die Wiedergründung erfolgte im Jahr 1947 „auf Initiative des Stadtpfarrers Johannes Abele“. 21 junge Männer seien Mitglied geworden, die Malermeister Alois Schneider zum Senior wählten. Im Jahr 1955 hatte der Verein bereits 42 Mitglieder. Walter Haas berichtete weiter von Pilgerwanderungen zur Wendelinskapelle Weigheim in den 1960er-Jahren, Fußballturnieren und der ersten Bergtour in den Alpen mit Ernst Finkbeiner. Schon bevor es im Jahr 1965 zur Vereinskrise mit Auflösungsdiskussion, dann aber einem Neuaufbruch und Gründung von Jungkolpinggruppen gegeben hatte, sei von der Zentrale in Köln aus die Namensänderung vom Gesellenverein zur Kolpingsfamilie veranlasst worden. Auf Initiative der Kolpingsfamilie habe es 1970 den ersten ökumenischen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche gegeben; der katholische Stadtpfarrer Anton Deininger predigte von der evangelischen Kanzel.

Für Frauen geöffnet
Im gleichen Jahr hat sich das Kolpingwerk für Frauen geöffnet. Bis heute große Erfolge geblieben sind die Nikolausaktionen, die stetig gewachsenen Familienkreise, die Pfingstmarktgartenfeste, die Funkenfeuer auf dem Gauger und vieles mehr. Als ein ganz besonderes Jahr ging 1972 in die Geschichte der Kolpingsfamilie ein mit dem Kauf des Hüttles am Gauger. „Wir hatten endlich ein eigenes Kolpingsheim“, so Walter Haas. 1978 wurde der Erweiterungsbau eingeweiht und der „Trägerverein Freizeit- und Bildungsstätte der Kolpingsfamilie Trossingen e.V.“ gegründet. Seit 1982 werden beim Kolpingsheim die Familiensonntage zum Ende der Schulferien gefeiert. Die Kolpingsfamilie Trossingen mit ihrer heutigen Vorsitzenden Andrea Lienhard und aktuell 124 Mitglieder – dem höchsten Stand in der Geschichte – bietet den Mitgliedern aller Generationen nach neun Jahrzehnten Gemeinschaft mit vielfältigen Angeboten.

Gründer nicht bekannt
Die Erinnerung an 90 Jahre Kolping in der Theresiengemeinde schloss Walter Haas „mit dem Dank an den Gründerpräses Erwin Fischer, an die uns namentlich nicht bekannten Gründergesellen und an alle verstorbenen und lebenden Mitglieder, welche neun Jahrzehnte Kolping in Trossingen lebendig werden ließen. Offen für alle, kameradschaftlich für viele, fähig zum Wandel und Treue am Werk – dies wünsche ich uns für die Zukunft“.

Vor 90 Jahren von Pfarrer Erwin Fischer gegründet, ist die Kolpingsfamilie Trossingen heute eine Gemeinschaft mit mehr als 120 Mitgliedern. Dreh- und Angelpunkt ist das Kolpingheim auf dem Gauger, das im Jahr 2018 das 40-jährige Bestehen feierte.

Bericht von Ingrid Kohler

 

 

 

 

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