Kreuz, Berge

Geistlicher Impuls
des Kolping - Bundespräses Josef Holtkotte

 

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Reinhart Hohner führt Kolpingsfamilie durch die Martin-Luther-Kirche

Von Trossinger Handwerkern erbaut

Trossinger Zeitung
In einem ganz neuen Licht haben die Mitglieder der Kolpingsfamilie die Trossinger Martin-Luther-Kirche kennengelernt. Reinhart Hohner, großer Trossinger Geschichtskenner, erklärt und zeigt ihnen das Gotteshaus. Hohner erläuterte die Geschichte der Kirche im Zusammenhang und die künstlerischen und baulichen Besonderheiten der Kirche. „Ich freue mich, dass unsere Kirche Sie interessiert“, begrüßt er die zahlreich erschienenen Zuhörer.

Die Martin-Luther-Kirche ist mit ihren 270 Jahren die mit Abstand älteste Kirche in Trossingen, und wurde erbaut auf den Fundamenten früherer Kirchen. Über diese weiß man leider nur sehr wenig: Vorgänger der Lutherkirche war eine Marienkirche, von der nur der Turm stehen blieb.

Ungewöhnlich für ein evangelisches Gotteshaus

„Beim ersten Betreten der Lutherkirche denken viele, es handle sich um eine katholische Kirche“, beschreibt Hohner die Wirkung der Kirche mit ihren farbenfrohen Verzierungen, die für eine evangelische Kirche eher ungewöhnlich seien. Besonders die barocken Elemente des Chorraums erzielten diesen Eindruck.

Die Kirche wurde in der Zeit des Spätbarock erbaut, von 1743 bis 1746, eine Zeit, die vor allem katholische Kirchen hervorbrachte. Der zweite Baustil ist im Kirchenschiff zu finden. „Wenn Sie an die Decke schauen, sehen Sie die geraden Linien und spitzen Ecken des Neoklassizismus“, erzählt Hohner. Die Umgestaltung im Jahr 1927 sei auch ein wenig „ein Experiment, wie die barocken und moderneren Elemente zusammenpassen“ gewesen.

Der Bau der Kirche sei komplett von Trossinger Handwerkern gemeistert worden. Sogar der Bauplan stamme von einem Trossinger Zimmermann. Der erste Entwurf sei von den herzoglichen Stellen in Stuttgart abgelehnt worden, wegen „zu viel abergläubischem Schnörkelwerk“. Da Trossingen 40 Jahre zuvor württembergisch wurde, war es komplett evangelisch, da die Religion des Herzogs für das ganze Herzogtum galt.

Die Geschichte der Kirche ist untrennbar mit der Geschichte Trossingens verbunden, und so erklärt Reinhart Hohner die Zusammenhänge der Geschichte der Kirche und der Stadt. Die bunten Fenster der Kirche seien ein Stück der neueren Geschichte Trossingens und wurden nach und nach von der Fabrikantenfamilie Hohner gestiftet, in einem sei sogar Ingeborg Hohner verewigt, zu deren Konfirmation ihr Vater das Fenster stiftete. Auch die Kirchenglocken sind geschichtsträchtig, die älteste ist rund 300 Jahre alt.

Zum Ende der Führung fangen die gerade besprochenen Glocken an zu läuten „Jetzt müssen Sie raus gehen und hören“ beschließt Reinhart Hohner seinen Vortrag. Und draußen ist von der Gruppe zu hören: „Das war wirklich spannend!“

 

 

 

 

 

Bild TRZ


Reinhart Hohner kennt sich in Trossingens Geschichte aus. Foto: Irmgard Weiß

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